Lauter komische Typen

Aufgrund weniger mitzuverteilender Werbung habe ich gestern sehr kurzfristig beschlossen, erst die große Runde zu machen und heute die kleine. Gesagt, getan. Mensch, war das entspannt, nur zwei Mal Werbung zusätzlich, in der letzten Zeit sind es momentan oft bis zu fünf Mal! Sofort musste ich feststellen, dass die Menschen, die abends draußen unterwegs sind, andere sind, als die, die ich immer am Samstagmorgen treffe. Und das war bis zu einem gewissen Zeitpunkt durchaus positiv anzumerken. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt? Genau! Ich war fast durch mit meiner Runde. Und ich war erleichtert darüber. Der Herbst ist da und inzwischen wird es schon wieder ziemlich früh dunkel. Ich ging auf ein weißes Reihenhaus zu und wollte gerade die Zeitung stecken, da ging die Tür auf und ein Mann trat vor die Schwelle, der so aussah, als hätte er im Solarium die Zeit vergessen. Und dazu ein Zahnpastagrinsen, aber so ein schiefes, eines von der ganz üblen Sorte. Das sollte wohl ein Lächeln sein. „Grüß mir doch mal die Muddi“, sagte er. Und ich, ich konnte nur blöd zurück grinsen und machte, dass ich das Weite suchte. Und dann kam der nächste komisch Typ. Dieser hat keinen Briefkasten sondern stattdessen einen in der Tür eingelassenen Schlitz, wie man das so manchmal sieht. Ich ging auf die Haustür zu und wieder öffnete sie sich direkt vor meiner Nase. Auch dieser Typ war einer von der Sorte „ganz, ganz eklig!“ Er trug ein schweißdurchtränktes Hemd und seine Körperbehaarung schien überall hervorzuquellen. Er erklärte mir, dass seine Zeitung in den Schlitz gehöre (ach nee!) und dass er wohl schon zwei Mal keine Zeitung bekommen habe (hat bestimmt seine Frau vor ihm versteckt. Wenn er denn eine hat. Wenn.) Ich hielt mich zurück mit der Aussage, es stünde ihm ja auch gar keine zu. Er sagte dann noch gönnerhaft: „Aber das ist ja nicht so schlimm, ich werd das schon nicht melden.“ Wär mir – wie ich zugeben muss – dann doch egal gewesen, wenn er's getan hätte. Er hätte ja doch nichts davon gehabt, schließlich werfe ich durchaus bei ihm ein! Er fragte mich dann noch über den Mann aus, den er vor ein paar Wochen gesehen hätte (als ob ihn meine Vertretung etwas angeht!) und fragte, ob das mein Vater sei. Das nächste Mal sage ich ihm, das war mein Freund, dann hält er die Klappe. Mal im Ernst, solche Stalker, die bestens bescheid wissen, zum Beispiel über die Vertretungen, solche Leute, die können mir echt gestohlen bleiben. Und sonst so? Die Klischees für Eigenheimbesitzer im kleinen Gebiet kann ich noch immer so unterstreichen. Auch heute noch waren im kleinen Gebiet die Leute draußen und haben ihre Blumen gestutzt. Scheinbar doch keine Anzeichen von Herbst, und vom Regen sollte man sich ja auch gar nicht erst stören lassen. Das ist diesen Leuten ja egal. Und mir sind sie auch egal, solange man mich das nächste Mal doch aber bitte ich selbst sein lässt, ohne niveaulose Kommentare von jenen Leuten, die mich duzen (und ja, nur solche Leute wie oben beschrieben duzen mich unterwegs, alle „freundlichen“ und damit sympathischen Leute nutzen das Sie. Nicht, dass ist wert drauf legen würde mit 16 Jahren, aber dieser Unterschied ist schon auffallend.)

13.9.14 21:39

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