How it feels to be famous

Wenn man an berühmte Leute denkt, kommen einem als erstes Schauspieler oder Sänger wie Johnny Depp oder Rihanna in den Sinn. Berühmt sein, was heißt denn das? Für gewöhnlich, die Titelseiten sämtlicher Klatschblätter schmücken oder Nachrichtenthema Nummer eins werden wenn man nachwuchs bekommt. Man kann nicht einkaufen gehen ohne von allen Seiten um Autogramme gebeten zu werden. Aber vermutlich geht man ohnehin nicht mehr selbst einkaufen wenn man Rihanna heißt, oder Lady Gaga. Und selbst Autofahren muss man auch nicht mehr. Dafür hat man ja einen Chauffeur. Mein Mister X hat keinen Chauffeur. Sein Auto, einen schwarzen VW wie ihn der Durchschnittsdeutsche vielleicht fährt, den muss es selber bedienen. Ich kenne seinen Namen nicht, aber er scheint sich selbst für eine ziemliche Berühmtheit zu halten. Mir ist er nie aufgefallen. Nicht, bis heute Morgen. Ich bestückte die Tannenallee. Das ist die längste Straße innerhalb meines Samstagsgebietes. Die eine Seite hat nur ein paar einzelne Häuser, dafür jedoch drei Nebenstraßen. Die kommen später dran, erst die eine Straßenseite. Hier stehen Reihenhäuser. Bei einem davon werde ich wöchentlich um sieben immer angeschnauzt, dass ich das Gartentor offen stehen lasse. Ja, ich vergesse tatsächlich immer, es zu schließen. Und ich vergesse, dass dort so oft jemand am Fenster hängt der darauf zu warten scheint, dass ich es wieder mal vergesse. Soll er doch lieber mal ausschlafen, der Gute. Mister X fährt vor. Er hält an. Ist das wieder mal jemand, der mich nach dem Weg fragen will aber den ich leider Gottes in die Irre schicken muss, weil ich es selbst nicht weiß? Nein, sieht nicht so aus, das Kennzeichen ist örtlich. Die Scheibe wird heruntergekurbelt. Als doch. „Kann ich jetzt schon eine Zeitung haben?“, fragt er. „Dann müssen Sie nachher nicht mehr einwerfen.“ Ich starre ihn mit großen Augen an. Wo genau soll ich dann also nicht mehr einwerfen? Aber ich weiß, dass gezieltes Nachfragen die Sache nur komplizierter gemacht hätte. Also gebe ich ihm eine Zeitung und er rauscht von dannen. Das war er also. Mein Mister X. Der von sich glaubt, so fame zu sein, dass jeder weiß, wo er wohnt. Der Zeitungsverteilerin eingeschlossen, die jedoch eigentlich aus dem Nachbarort kommt und hier dementsprechend keinen kennt. Das schien ihm egal zu sein. Wer fame ist, der ist eben fame. Dann hat er seine Zeitung jetzt eben zwei Mal, einmal gleich im Auto und beim anderen Mal im Briefkasten. Durch die Tatsache, dass sein Auto von jedem zweiten gefahren wird, hätte ich sein Haus ja nicht einmal daran erkennen können. Deshalb fahren berühmte Leute also immer in Limousinen und nicht in Durchschnittsautos!

23.8.14 13:26

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